Welche Arten von Ghostwritern gibt es?

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THOR via flickr (CC BY 2.0) https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/

In Deutschland ist Ghostwriting zwar keine junge,  aber doch nicht sehr verbreitete Dienstleistung – ganz im Gegenteil zu Amerika, wo das Ghostwriting gerade einen regelrechten Boom erlebt. Damit Interessenten und Kunden sich einen Überblick verschaffen können, was Ghostwriting eigentlich ist und welche Arten es gibt, haben wir hier die wichtigsten Informationen zusammengestellt

  1. Klassisches Ghostwriting

Alexandre Dumas beschäftigte sie und viele andere berühmte Autoren der Vergangenheit und Gegenwart auch: Ghostwriter. Wie die Bezeichnung schon andeutet, bleiben diese fleißigen Helfer für immer unsichtbar,  das heißt, niemand erfährt, dass sie an einem Buch mitgearbeitet oder es selbst verfasst haben. Klassisches Ghostwriting bedeutet, dass ein Kunde mit einer Buchidee auf den Ghostwriter zukommt. Gegen Bezahlung oder eine spätere Beteiligung am Verkaufserlös schreibt der Ghostwriter das Buch für den Kunden. Dieser veröffentlicht es später unter seinem Namen. Niemand erfährt von der Zusammenarbeit. In diesem Zusammenhang bieten Ghostwriter ihre Erfahrung als Texter und Autoren an, um einem Kunden, dem diese Erfahrung oder vielleicht auch schlicht die Zeit fehlt,  zu helfen, sein Buchprojekt erfolgreich umzusetzen. Eine solche Zusammenarbeit ist eng und vertrauensvoll. Offizielle Zahlen gibt es nicht – denn Diskretion ist in der Branche alles – doch es ist anzunehmen, dass auch in Deutschland die Zahl der von Ghostwritern verfassten Bücher – ob Romane, Krimis oder Sachbücher, in den letzten Jahren gestiegen ist.

2. Biografien

Die Grenzen zwischen Ghostwriting und dem Verfassen von Biografien sind fließend. Häufig kommt es vor, dass eine Person eine außergewöhnliche oder besondere Lebensgeschichte erlebt hat und diese in einem Buch veröffentlichen möchte. Gerade wenn es um das selbst Erlebte geht, ist es häufig besonders schwer, die richtigen Worte zu finden, weil die nötige Distanz fehlt. Hier kommen Ghostwriter in das Spiel, die für die Erstellung der Biografie in das Gewand eines Biografen schlüpfen. Sie führen Interviews, werten Zeitungsartikel, Fotos und Tagebucheinträge aus und verwandeln das alles in ein spannendes Buch. Die Arten der Zusammenarbeit können hier ganz unterschiedlich ausfallen: Der Kunde kann das Buch unter seinem Namen veröffentlichen oder er beauftragt den Ghostwriter offiziell als seinen Biografen, was einen interessanten Wechsel der Perspektive birgt. Der Biograf nähert sich dem Objekt seiner Biografie an, versucht, die Persönlichkeit einzufangen und ihr gerecht zu werden. Eine solche Biografie wird dann unter dem Namen des Biografen herausgegeben.

3. Chroniken

Was für Menschen gilt, gilt auch für Unternehmen, Vereine oder Organisationen: Sie alle bringen Geschichte mit, die es wert ist, niedergeschrieben und festgehalten zu werden. History Marketing gehört zu den ganz großen und wichtigen Trends im Marketing für Unternehmen und ähnliches. Hier geht es darum, die eigene Geschichte zum Zweck der Identitätsstiftung im Innen und Außen professionell aufzeichnen zu lassen und später für Marketingzwecke zu verwenden. Chronisten begeben sich auf Spurensuche – in Archiven, aber auch in Interviews und tragen so Stück für Stück die Puzzlestücke zusammen, die ein abgerundetes und einzigartiges Bild einer Firma, eines Vereins oder einer Organisation geben. Im Anschluss werden solche Chroniken entweder als Buch herausgegeben – oder es werden nur einige Exemplare für den Gebrauch des Unternehmens/der Organisation gedruckt. Auch diese Aufgabe wird häufig von Ghostwritern übernommen. Besonders von Vorteil ist, wenn diese über historisches Fachwissen verfügen.

4. Co-Autorenschaft

Hillary Clinton hat einen und viele andere auch: Ghostwriter werden zu offiziell genannten Co-Autoren. Ansonsten unterscheidet sich die Zusammenarbeit kaum vom klassischen Ghostwriting, außer, dass der Co-Autor tatsächlich offiziell zum Partner wird, mit dem ein Buchprojekt gemeinsam umgesetzt wird. Für den Auftraggeber hat das Vorteile: Häufig ist er selbst kein professioneller Autor, sondern Prominenter oder Politiker. Die Hilfe eines Co-Autoren in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen von Unvermögen, sondern drückt Professionalität und Imagebewusstsein aus. Jeder PR-Manager dankt so einen Schritt!

5. Coaching

Manch einer will sein Buch unbedingt selber schreiben, aber irgendwie fließen die Ideen nicht und die Worte auch nicht. Hier kann das Schreibcoaching durch einen erfahrenen Schreiber sehr weiterhelfen. Gemeinsam werden Ideen gesammelt, Figuren entwickelt, Inhalte angelegt und strukturiert. Auf diese Weise wird der Schreibprozess professionalisiert und das Buch hat am Ende bessere Erfolgssaussichten. Zum Schreibcoaching gehört auch die Hilfe bei der Suche nach einem passenden Verlag sowie die Beratung bei der entsprechenden Vorstellung/Präsentation.