Ich habe schon meine Kinderbücher umgeschrieben

Doreen Marsh
Doreen Marsh

Vor ein paar Tagen fand ich eine interessante Mail in unserem Postfach – die ich samt Antwort – natürlich mit dem Einverständnis unserer Kundin – hier veröffentliche, denn ich bin mir sicher, dass noch mehr Menschen da draußen gerne wissen möchten, wer eigentlich hinter dem Ghostwriter-Team steckt:

„Hallo liebes Ghostreiterteam,

seid ihr nur drei, oder gibt es auch noch mehr von euch? Mich würde auch interessieren, wie speziell Doreen zu diesem Beruf gekommen ist. Sie kommt mir so unheimlich bekannt vor. Der Vorname stimmt noch, aber ich glaube, ich habe sie früher wirklich öfter gesehen, bin mir da aber nicht so ganz sicher. Mein Mann sagte mir, bevor wir euch mit unserem eigentlichen Anliegen kontaktieren, soll ich einfach mal nachfragen, damit ich endlich Ruhe gebe, ob es die Doreen ist, welche uns früher immer so lieb betreute und warum sie jetzt Bücher schreibt. Allerdings weiß man ja, wie klein die Welt oft ist.

Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.“

Ann-Marie H. aus Neubrandenburg

Das war meine Antwort:

„Hallo liebe Ann-Marie,

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Fragen, die ich gern beantworten will.
Da wir über unsere Autoren oft am Ende eines biografischen Romans alles, nicht nur aus dem privaten Bereich, wissen, sollten Autoren im Gegenzug natürlich auch das Recht haben, etwas über uns zu erfahren.

Zu Ihrer ersten Frage; ja, wir sind nur drei Autoren. Leider, denn Arbeit gibt es reichlich. Gerade der Beruf des Ghostwriters setzt jedoch einige Eigenschaften und Verhaltensregeln voraus, welche unerlässlich sind.

Liebe Ann-Marie, es ist gut möglich, dass Sie mich tatsächlich noch aus Neubrandenburg kennen. Ich komme beruflich ursprünglich aus dem Bereich Finanzen und Recht und hatte so natürlich mit sehr vielen Menschen zu tun.
Ich habe mit dem Schreiben schon als kleines Mädchen begonnen und erzähle es  im Detail hier zum ersten Mal.

Ich „borgte“ mir oft die Taschenlampe von meinem Bruder, der sich dann wunderte, dass die Batterien so schnell leer waren. Damit ließ es sich aber prima unter der Bettdecke lesen, wenn man noch nicht schlafen wollte. So verschlang ich schon sehr früh viele Bücher. Allerdings war ich oft anderer Meinung als die Schriftsteller. Die Wege, welche die Helden in den Büchern einschlugen, waren oft nicht meine.

Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Kinderbuch, dessen Ende mir überhaupt nicht gefiel. Ich trennte die „falschen“ Seiten kurzerhand heraus, schrieb den jeweiligen Part so, dass er mir gefiel und natürlich auch das „richtige“ Ende der Geschichte. Mein Bruder half mir dann, die neuen Seiten ordentlich in das Buch zu kleben.

Das Problem war nur: ich hatte vergessen, dass es nicht unser Buch war, sondern eins aus der Bücherei. Das gab Ärger!

Später, als ich meinen Mann traf, entwickelte sich alles wie von selbst und auch ich folgte dann mit dem Ghostwriten meiner eigentlichen Berufung: Dem Schreiben.

Ihre Doreen Marsh“